Beatles - Help - Erik D. Schulz - Schriftsteller

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Beatles - Help

Hotstamper Vinyl



The Beatles  Help *****H

Winner-Pressung: UK Parlophone EMI black label, PCS 3071

Sonic Grade: Side One: A+++  /  Side Two: A++(+)

Vinyl / Cover: M- / EX

Pressungen im Shootout: mindestens ein Dutzend englischer und deutscher Pressungen.

Kommentar:
von Tom Port & Erik

DEMO-DISC-Sound gibt es auf dieser englischen Parlophone-Pressung zu hören. Ich habe mich selber lange mit diesem Album beschäftigt, mehrere deutsche und englische Pressungen gehört und miteinander verglichen – und hatte keinen Erfolg, sodass ich mich bei Better Records mit Help eindeckte. Tom und sein Team haben seinerzeit ein „Major-Shootout" für dieses wundervolle Album durchgeführt und diese Platte gefunden.
Beide Seiten klingen warm, angenehm und haben die Energie und Präsenz, die diese Musik zum Leben erwecken. Die Höhen sind seidig und haben Extension, das untere Ende klingt genau richtig. Die kantige, harte Midrange, die die typischen Kopien (neben der Flachheit) plagt und das Hören sehr unkomfortabel machen kann, ist hier nirgends zu finden. Der Klang ist natürlich, ausgewogen und satt, mit viel Räumlichkeit und Tiefe im Klangfeld. Die Vocals sind PERFEKTION - reich und voll, mit wundervoller Klarheit und atemberaubender Präsenz – so wichtig für ein Beatles-Album. Durch die erstaunliche Transparenz und die hohe Auflösung dieser Kopie wird die Musik auf ein ganz neues Niveau gehoben.
Es gibt deutsche Pressungen, die ebenfalls sehr gut klingen können, aber sie sind ebenso schwierig zu finden wie die britischen. Ich habe noch eine deutsche Apple, die ich mit A+/A++ bewertet habe. Die besten UK-Exemplare haben meist mehr „tubey magic" (süße, warme und korrekte Midrange), was man bei Pressungen aus den Sechzigern und Siebzigern hören kann, die mit Röhrenequipment geschnitten wurden. Tom hat vor allem Pressungen aus den Siebzigern zur Verfügung gehabt, kennt sich aber auch mit denen aus den Sechzigern aus. In den Siebzigern hatten die Tontechniker oft ein besseres Equipment, was erklärt, dass die LPs manchmal besser als die Originale klingen. Angesichts des Preises sind meine Erfahrungen mit Beatles-Pressungen (siehe LP-Guide) aus den Sixties nicht exorbitant, aber vorhanden. Ich kann Tom also bestätigen.
Bei Help zeigte sich einmal mehr: Man muss die Platten spielen, sich anhören, vergleichen, kennenlernen und eine Entscheidung fällen. Nur so kann man den besten Sound finden, denn nicht zwei LPs klingen gleich, nicht einmal mit derselben Stampernummer.

Side One

Help!
Wenn bei diesem Song die Midrange nicht stimmt, fliegt man bei den ersten Takten vom Stuhl und halt sich die Ohren zu. Hier ist alles perfekt und ein Genuss.
Der Sound ist unglaublich offen und geräumig mit echter Tiefe im Klangfeld. Gefühl und Authentizität in Lennons Stimme werden super transportiert.
The Night Before
Die Becken klingen korrekt und lebendig, ein Zeichen für gute Höhen. Der Hintergrundgesang ist klar, das dreidimensionale Soundfeld bringt ihn super in den Mix, mit McCartneys Lead-Vocals ganz vorne - ein cooler Effekt.
You’ve Got to Hide Your Love Away
Einer der besten Songs auf dem Album, die erste reine akustische Nummer der Beatles – herrliche Gitarren. Deshalb klingt er auch besonders gut, zumal hier größere Overdubs sicher fehlen.
I Need You
Die Gefühle von George kommen glaubwürdig rüber. Betont wird der Song von einem Pedal zur Regelung der Lautstärke, das seinem Riff – hier exzellent klingend – den Eindruck unterdrückter Tränen (für Patti Boyd?) verleiht.
Another Girl
McCartneys Gesang ist wie häufig auf Help double-tracked, er singt im unteren Bereich seines großen Spektrums. Überhaupt ist es bei den besten Pressungen so, als ob John und Paul mit einem im Hörraum wären. Cool!
You’re Gonna Lose That Girl
Eine der besten Nummern auf Help. Lennons Text passt gut zur Musik und er gibt alles, begleitet von George und Paul, die im Hintergrund die ohrwurmartige Response singen. Ringo drischt rechts etwas heftig auf Bongos ein.
Ticket to Ride
Großartiger Song mit emotionaler Tiefe. Für die damalige Zeit außergewöhnlich E-Gitarren betont und mit einem schweren Drumrhythmus, der hier durch die gute Midrange und den guten Bass super rüberkommt.

Side Two

Act Naturally
It’s Only Love

Einer der am besten klingenden Songs auf dem Album mit sehr weichen Höhen. John (auch double-tracked) klingt wunderbar; er lacht bei „…very bright" wohl über seinen eigenen Text.
You Like Me Too Much
Tell Me What You See

Der Song hat ein paar Distorsionen im Gesang, die sicher so auf dem Tape sind. Die Drums und das E-Piano von Paul klingen aber vorzüglich.
I’ve Just Seen a Face
Noch ein super klingender Song, ein echtes Highlight! Liebe-auf-den-ersten-Blick-Text, der die atemlose Musik perfekt ergänzt. Ohne großen Schnickschnack (d.h. Overdubs) nach 6 Takes aufgenommen.
Yesterday
WOW! Hier gibt es eine unglaublich warme, süße Midrange-Magie, wenn Paul auf seiner Epiphone-Texan-Gitarre spielt und diesen Klassiker singt. Die Streicher, die George Martin am 17. Juni 1965 hinzugefügt hat, haben Textur und Kraft.
Dizzy Miss Lizzy


Links / Sonstiges:

Meine MFSL Beatles-Pressungen habe ich (bis auf Abbey Road, mehr aus nostalgischen Gründen) vor Jahren verkauft. Die Höhen waren auf diesen Pressungen unnatürlich nach oben gezüchtet, der Bass war mager und vor allem die Midrange verzerrt – eine Katastrophe für die midrangelastigen frühen Beatles-Platten. Eine gute deutsche oder englische Pressung ist korrekter, hat besseren Bass und insgesamt mehr LEBEN. Lest, was Tom Port beispielhaft zur MFSL Please Please Me geschrieben hat.

Wikipedia     Help     Yesterday


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