Jackson Browne - Running On Empty - Erik D. Schulz - Schriftsteller

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Jackson Browne - Running On Empty

Hotstamper Vinyl



Jackson Browne   Running On Empty *****H

Winner-Pressung: Asylum, US-Pressung, White Label Promo (WLP), 6E-113

Sonic Grade: Side One: A++(+)  /  Side Two: A+++

Vinyl / Cover: M- / EX+

Pressungen im Shootout:
Zur Verfügung standen 7 Asylum US LPs, davon 3 Promos (eine White Label). Deutsche oder englische Pressungen wurden nicht berücksichtigt, da diese erfahrungsgemäß bei Jackson Browne keine Chance gegen die US-Ausgaben haben.

Kommentar:
Dieses Shootout hat riesigen Spaß gemacht, war erfolgreich und brachte viele neue Erkenntnisse. Musikalisch ist Running On Empty – für mich das Werk eines Genies – ohne Zweifel eines der absoluten Highlights in Jacksons Karriere, wie die ersten sechs Alben insgesamt. Soundtechnisch fand ich dieses Album allerdings immer problematisch, was sich nun geändert hat. Wenn man die richtige Pressung und einen optimalen Cut in den Händen halten darf, kommen die unterschiedlichen Aufnahmetechniken und -orte fast gleich gut zur Geltung.
Leider ist es mit Promos nicht einfach, denn sie garantieren keinen optimalen Sound. Die White-Label-Promo-Regel „frühe Pressung, besserer Sound" kann manchmal greifen, aber keineswegs immer. Hier hat es funktioniert. Die durchschnittliche Ausgabe jedenfalls klingt flach und macht deshalb keinen Spaß beim Hören.

Diese WLP-Asylum vereint viele äußerst wichtige Qualitäten:
Kraftvoller Bass, warme und korrekte Midrange und insgesamt eine tolle DYNAMIK, die so wichtig bei Live-Aufnahmen ist.
Die Pressung ist zudem super TRANSPARENT, sauber, klar, offen und präsent.
Das natürliche Tongleichgewicht ist voll gegeben.
Es gibt hier keine Aggressivität oder Distorsionen – so etwas findet man nur auf den allerbesten Pressungen!

Side One
Running On Empty
Sehr natürlich, wie die Zuschauer am Anfang des Songs klatschen, dann der Hall (guter Hall als Marker für ein tiefes Soundfeld) um die Gitarre, die den Song anzählt. Gute Räumlichkeit, toller Bass. Power! Die Stimme ist klar, dabei reich und tonal korrekt. Das Slide-Gitarren-Solo von David Lindley ist so deutlich und intensiv, als ob er im Hörzimmer vor einem sitzen würde.
The Road
Das Grillenzirpen an den ruhigen Stellen kommt natürlich und deutlich. Der Song klingt mit am besten auf Seite 1. Jacksons Stimme hier wieder superb, was mit das Wichtigste an einem Jackson Browne Album ist – welche Intensität und Ausdruckskraft! Die Fiddle von David Lindley auf dem rechten Kanal klingt weich und verzerrungsfrei. Wenn die anderen Instrumente, Bass und Schlagzeug, in der Mitte des Songs einsetzen, benötigt man den WHOMP-Faktor (Dynamik und Bass), was hier voll zufrieden stellt.
Rosie
Das Piano klingt angenehme, natürlich, voll und rund; nicht hart und aggressiv wie auf anderen Pressungen. Ohrwurm!
You Love The Thunder
Schöner Rock ‘n‘ Roller. „The Section", die Stammband von James Taylor zu dieser Zeit, in Hochform. Ich liebe Lee Sklars Bassläufe und die knackigen kleinen Breaks von Russ Kunkel. Dazu ein tolles Slide-Solo von Mr. Lindley. Die Background-Einlagen von Rosemary Butler und Doug Haywood sind ebenfalls Obersahne!
Cocaine
Nur die optimale Pressung liefert das Gefühl, auf der Drogenparty in Raum 124 des Holiday Inn, Edwardsville, Illinois am 17. August 1977 dabei zu sein. Gitarre und Fiddle kommen phänomenal, die Stimme, als ob wenn Jackson wirklich Kokain bis kurz vor dem Abwinken geladen hat. Der Song atmet dadurch ATMOSPHÄRE, man denkt „Cocaine, runnin’ all ’round my brain… Now I’m losing touch of reality…". Geschrieben hat den Don übrigens Reverend Gary Davis, ein Blues-Gitarrist.

Side Two
Klingt um Nuancen besser, hat mehr High End und Dynamik.

Shaky Town
Geschrieben von Daniel Kortchmar, JTs alten Kumpel, - großartig! Unglaublich real, transparent und dynamisch, seidige Höhen. Man kann jedes Instrument lokalisieren und verfolgen, da spielt eine Band und man ist live dabei.
Love Needs A Heart
Wunderschöne Ballade, ein Highlight auf dieser Scheibe, das aber nicht unbedingt am besten klingt (es fehlt etwas Topend).
Nothing But Time
Demo-Disc-Quality, huge bottom end! Genialer Schachzug, den Song in einem Bus aufzunehmen, einem Continental Silver Eagle. Wir fahren mit Jackson zum nächsten Gig, nothing but time. In den ruhigen Passagen kann man das Röhren des Busmotors hören, dann stampft der Song dynamisch weiter.
The Load Out
Jackson segelt wunderbar am Piano durch dieses Highlight. Ich glaube, das ist mein Favorit auf Running On Empty, jedenfalls bekomme ich immer feuchte Augen dabei.
Stay
Hitsingle; sein wohl bekanntester Song, den er nicht geschrieben hart. Rosemary Butler singt eine Strophe & featuring rare vocal appearance by David Lindley.

Links / Sonstiges:
Ich bekomme mich kaum noch ein, was Running On Empty (Nr. 3 in Amerika, 7-fach Platin) eigentlich für ein Meisterwerk ist. Wenn ich das jetzt so niederschreibe, kommt die Freude an den Songs wieder hoch. Dann dazu noch die Aufmachung mit der schönen Textbeilage und dem Heft mit den Fotos von der Tour. Das ist schon alleine den Preis für die LP wert.
Die DVD-Audio ist eine nette Ergänzung wegen der Bonussongs und des Bonusmaterials, nicht mehr und nicht weniger. Klanglich das Optimum ist es aber auf keinen Fall.

Wikipedia zu Running On Empty

Running On Empty, No Nukes 1979
Rosie, BBC
The Load Out and Stay, Live BBC 1978 (Hammer!)




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